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Projektentwicklung··3 min

Neues Forschungsgebäude „Der Simulierte Mensch“ in Berlin eröffnet

Nach vierjähriger Planungs- und Bauzeit wurde in Berlin das neue Forschungsgebäude „Der Simulierte Mensch“ (Si-M) für die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Technische Universität Berlin eröffnet, welches auf rund 7.000 Quadratmetern interdisziplinäre Forschung ohne Tierversuche ermöglicht.

Neues Forschungsgebäude „Der Simulierte Mensch“ in Berlin eröffnet

Das Architekturbüro Telluride Architektur hat mit dem Forschungsbau „Der Simulierte Mensch“ (Si-M) ein Gebäude realisiert, das sowohl wissenschaftlich als auch architektonisch neue Standards setzt. Dieses ist das erste Forschungsgebäude auf dem neuen Campus für Bio- und Medizintechnologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Technischen Universität Berlin. Dort werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Schnittstelle von Technik und Medizin die Simulation menschlicher Organfunktionen ohne Tierversuche erforschen.

Die Eröffnung des Neubaus „Der Simulierte Mensch“ erfolgte am 22. April 2026 nach einer vierjährigen Planungs- und Bauphase. Diese gemeinsame Forschungsplattform der TU Berlin und der Charité bildet ein zentrales Element des neuen Campus für Bio- und Medizintechnologie. Das Projekt ist zudem als eines der bedeutendsten Forschungsvorhaben im Bereich der Biomedizin und Medizintechnik einzustufen. Ein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Entwicklung sogenannter „Multi-Organ-Modelle“ mittels 3D-Bioprinting oder Multi-Organ-Chips, um realitätsnahe Modelle des menschlichen Körpers zu schaffen. Diese Systeme dienen dem besseren Verständnis von Krankheiten und der Entwicklung neuer Therapieansätze, wobei die Reduktion oder der langfristige Ersatz von Tierversuchen eine besondere Bedeutung hat.

Architektonisches Konzept und Nutzung

Das fünfstöckige Gebäude verfügt über eine Fläche von rund 7.000 Quadratmetern, auf denen Laboratorien, Büros und Begegnungsräume für circa 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Institutionen zur Verfügung stehen, die in gemischten Teams arbeiten werden. Prof. Dr. Andreas Thiel, Mitgründer des „Simulierten Menschen“ und Leiter der Arbeitsgruppe „Regenerative Immunologie und Altern“ an der Charité, beschreibt den Si-M als „Blaupause für eine neue Art von Forschungsbau“, der ein Überdenken traditioneller Planung erforderlich mache.

Die Gebäudearchitektur unterstützt den interdisziplinären Forschungsansatz durch offene und flexibel nutzbare Laborstrukturen, kurze Wege zwischen den Disziplinen sowie gemeinsame Technologieplattformen. Dadurch wird der Forschungsbau selbst zu einem integralen Bestandteil des wissenschaftlichen Prozesses. Telluride Architektur, das 2019 den Architektenwettbewerb mit diesem Entwurf gewann, hat den Si-M als lebendigen „Organismus“ konzipiert. Verschiedene Funktionsbereiche sind dabei wie Zellen miteinander vernetzt, Technologieplattformen und Begegnungsbereiche fungieren als Zellkerne, und die Fassade dient als schützendes Gewebe.

Die Gestaltung der Fassade umfasst fünf verschiedene Elementtypen aus Glasfaserbeton, die in unterschiedlichen Kombinationen über das Gebäude verteilt sind und auf programmatische, funktionale sowie umwelttechnische Anforderungen reagieren. Im Inneren prägt ein zentrales, rund 22 Meter hohes Atrium den Raum, dessen architektonischer Mittelpunkt eine geschwungene runde Treppe ist, die sich über alle Stockwerke erstreckt. Das Atrium dient als Begegnungsraum für die Charité und die TU Berlin sowie für Forschende, Ärzte, Patienten und Besucher.

Öffentlichkeit und Nachhaltigkeit

Das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss sind vollständig öffentlich zugänglich. Hier befinden sich das Theatron als Begegnungsstätte, eine Cafeteria und Patientendienste, die den translationalen Austausch zwischen Klinik und Labor fördern. Die Obergeschosse beherbergen Büros und Laboratorien für die Forschung. Die Planung des Neubaus erfolgte nach Kriterien des energieeffizienten und ressourcenschonenden Bauens und wird nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) zertifiziert.

Joel Hahn, geschäftsführender Gesellschafter von Telluride Architektur, hebt hervor, dass der Si-M für einen Forschungsbau außergewöhnlich öffentlich gestaltet sei. Innen- und Außenräume verschmelzen, wodurch ein Ort geschaffen werde, der Begegnungen und Austausch fördert. Diese Offenheit und die Verbindung von Wissenschaft und Öffentlichkeit transformieren das Gebäude zu einem Raum, der über die reine Forschung hinausgeht.

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